Hintergrund der Studie

Die koronare Herzkrankheit (Verengung der Herzkranzgefäße) und der Diabetes mellitus Typ 2 (Zuckerkrankheit) sowie deren gesundheitliche Folgen gehören mit zu den häufigsten Ursachen für eine erhöhte Krankheitshäufigkeit und Sterberate in Deutschland. Viele Risikofaktoren dieser Krankheitsbilder lassen sich durch einen gesunden Lebensstil reduzieren, wodurch auch der Krankheitsverlauf positiv beeinflusst wird. Darüber hinaus lässt sich auch das Risiko für kardiovaskuläre Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall durch eine Lebensstiländerung nachweislich verringern.

 

Ein Großteil der Hochrisikopatienten mit koronarer Herzkrankheit und Diabetes mellitus Typ 2 in Deutschland ist körperlich inaktiv und übergewichtig. Eine erfolgreiche und langfristige Lebensstiländerung ohne Unterstützung schaffen dabei nur die wenigsten Patienten. Auch in der allgemeinen medizinischen Versorgung spielt eine Lebensstilintervention aktuell nur eine untergeordnete Rolle. Die LeIKD-Studie zielt darauf ab, mittels telemedizinischen Ansätzen Hochrisikopatienten bei den ersten Schritten zu einem aktiveren und gesünderen Lebensstil zu unterstützen und so das gesundheitliche Risikoprofil der Studienteilnehmer zu verbessern. Durchgeführt wird diese Intervention dabei durch ein interdisziplinäres Expertenteam aus Medizinern, Sport- und Ernährungswissenschaftlern in Zusammenarbeit mit der Techniker Krankenkasse. Die Lebensstiländerung findet dabei in erste Linie in dem privaten Umfeld der Patienten statt und ermöglicht es den Teilnehmern die Studieninhalte individuell in deren Alltag zu implementieren. So soll auch eine adäquate Versorgung von Patienten außerhalb der urbanen Ballungszentren gewährleistet werden.

 

Die LeIKD-Studie wird dabei durch Gelder des Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses finanziert. Der Innovationsfond fördert die Untersuchung neuer Versorgungsformen und unterstützt Versorgungsforschungsprojekte, die darauf abzielen, die medizinische Versorgung durch die gesetzlichen Krankenversicherungen zu verbessern. Ein positives Ergebnis der Studie führt möglicherweise dazu, dass eine derartige telemedizinische Lebensstilintervention in die Regelversorgung aufgenommen wird.